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Stellungnahme zum Ö1 Radiokolleg: Radiokolleg – Transgender und Intersex

Stellungnahme zum Ö1 Radiokolleg: Radiokolleg – Transgender und Intersex

Wie viele Geschlechter hat der Mensch? (1).

Gestaltung: Christa Nebenführ

Montag, 08. August 2016

URL: http://oe1.orf.at/programm/444797

 

Liebe Hörer_innen von Ö1 und liebe Interessierte,

Im ersten Teil des Radiokollegs erzählt eine Person von Erfahrungen im Frauen*café (aka. f*c). Das hat uns aufhorchen lassen.

Egal ob es in diesem Jahr oder vor 10 Jahren passiert ist: Es tut uns (dem derzeitigen f*c Kollektiv) Leid, wenn Besucher_innen im f*c durch diskriminierende Aussagen – sexistische, rassistische, trans*abwertende, etc. – verletzt werden und wurden.

Die Einladungspolitik im f*c ist bereits seit mehreren Jahren Frauen*, Lesben*, Trans* und Intersex*Personen. Das bedeutet, dass Cis-Männer bzw. „Bio-Männer“ während der Vereinsöffnungszeiten explizit nicht ins f*c kommen können. Wie auch im Radiokolleg von Ö1 angesprochen, ist die Praxis – auch im f*c – nicht immer leicht: Der Raum ist klein, neu Ankommende werden neugierig in den Blick genommen, Personen werden im ersten Moment nach ihrem Äußeren eingeordnet – Geschlecht sieht eine_r Anderen aber nicht an…

In einem aktuellen Text, den das Kollektiv verfasst hat, schreiben wir: „Unsere F*L*I*T* Einladungspolitik ist ein Versuch und kein abgeschlossenes Idealkonzept! Sowohl die Kommunikation als auch die Umsetzung ist voller Widersprüche. Es ist schwierig unsere angelernte Brille, wie wir Menschen anschauen und einordnen, ganz abzulegen. Wir haben alle Bilder davon im Kopf wie FLIT* Personen, die ins f*c kommen aussehen. Das hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass sich manche Personen ungefragt im Raum aufhalten konnten und andere darauf angesprochen wurden, dass das f*c ein F*L*I*T* Raum ist.

Eigendefinitionen und Identitäten von Menschen können aber nicht von Außen definiert werden. Deswegen möchten wir nicht, dass einzelne Personen an der Tür ins f*c auf ihre Identität angesprochen werden oder sie aus dem Raum gewiesen werden. Das Ansprechen von einzelnen Personen, die “nicht ins Bild passen”, kann ausschließend und verletzend sein. Außerdem würde eine solche Praxis den strukturellen Ausschluss von Inter* und Trans*personen verfestigen. Eben das wollen wir nicht.“

Wir freuen uns immer über Anmerkungen, Ideen, Kritik und Erfahrungen, wie Widersprüche aufgelöst und Verletzungen vermieden werden können.

Danke, das f*c Kollektiv